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Die Unternehmensanleihe ist ein beliebtes Anlageinstrument

Gerade bei Anlegern, die größeren Wert auf eine gute Planbarkeit ihrer Erträge und eine höhere Sicherheit legen, ist die Unternehmensanleihe ein beliebtes Anlageinstrument. Bei der Unternehmensanleihe handelt es sich um eine Schuldverschreibung, die im Gegensatz zu einer Staatsanleihe, nicht vom Staat, sondern von einem Unternehmen ausgegeben wird. Anleger haben die Möglichkeit, im Rahmen sogenannter Anleiheemissionen Unternehmensanleihen zu kaufen. Im Rahmen dieses Vorgangs wird der Anleger zum Gläubiger des Unternehmens, das Unternehmen zum Schuldner des Anlegers. Die Schuld des Unternehmens wird durch einen sogenannten Kupon in regelmäßigen Abständen (meist jährlich) verzinst. Der Kauf und die Rückzahlung der Unternehmensanleihe erfolgen jeweils zu 100 Prozent. Bei Fälligkeit erhält der Anleger also immer seinen Einsatz zurück, sofern der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Da die Rückzahlung einer Anleihe immer von der Bonität, also der Zahlungsfähigkeit des Herausgebers abhängig ist, ist das Ausfallrisiko einer Unternehmensanleihe tendenziell höher als bei einer Staatsanleihe, da die Wahrscheinlichkeit, dass Staat insolvent wird geringer ist als die Wahrscheinlichkeit einer Unternehmensinsolvenz. Kann der Schuldner die Unternehmensanleihe nicht tilgen, besteht theoretisch die Gefahr eines Totalverlustes. In der Praxis werden die Gläubiger aus der Insolvenzmasse bedient und erhalten meist einen geringen Prozentsatz des Nominalbetrages.

Höheres Risiko gleich höhere Rendite!
Das höhere Risiko, welches die Unternehmensanleihe mit sich bringt, wird in der Regel auch durch eine höhere Rendite vergütet. Diese ergibt sich aus höheren Kupons. Unternehmen müssen also am Kapitalmarkt einen höheren Kupon bieten, um Geld von Anlegern aufnehmen zu können. Während der Laufzeit der Unternehmensanleihe, kann diese in der Regel an der Börse gehandelt werden. Daraus ergeben sich Chancen aber auch Risiken. Denn Anleihen unterliegen Kursschwankungen. Der Kaufbetrag wird immer nur dann zu 100 zurückgezahlt, wenn die Fälligkeit der Unternehmensanleihe erreicht ist und das Unternehmen zahlungsfähig ist. Während der Laufzeit kann der Kurs der Anleihe deutlich fallen, wenn zum Beispiel die Marktzinsen ansteigen, die Bonität des Schuldners von einer oder mehreren Ratingagenturen herabgestuft wird oder sich die wirtschaftlichen Bedingungen massiv verschlechtern. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit steigender Kurse, wenn beispielsweise die Marktzinsen sinken oder das Unternehmen von einer oder mehreren Ratingagenturen hochgestuft wird oder sonstige Faktoren eintreten, die die Ausfallwahrscheinlichkeit deutlich reduzieren.

Handelbarkeit oft eingeschränkt
Wer eine Unternehmensanleihe kaufen möchte, dem bietet sich vor allem die Möglichkeit an, Anleihen im Rahmen des Emissionsvorgangs zu zeichnen. Hierbei erwirbt der Anleger eine bestimmte Anzahl an Unternehmensanleihen im Rahmen der Ausgabe. Je nach Nachfrage kann es passieren, dass es im Rahmen der Zuteilung dazu kommt, dass der gewünschte Nominalbetrag nicht gezeichnet werden kann. In diesem Fall wird der Zeichnungsbetrag quotiert. Jeder Anleger erhält dann nur einen bestimmten Anteil am gewünschten Zeichnungsbetrag. Eine weitere Möglichkeit zum Kauf nach der Emission und die einzige Möglichkeit zum Verkauf der Unternehmensanleihe vor Fälligkeit ist der Handel über eine Wertpapierbörse. Die Möglichkeiten zum Kauf oder Verkauf hängen von verschiedenen Faktoren ab. Oft liegt zwischen Kauf- und Verkaufskursen eine große Spanne, der sogenannte Spread, der umso größer ausfällt, je geringer das Emissionsvolumen, die Bekanntheit und letztlich auch die Handelsintensität ausfällt. Eine Unternehmensanleihe, die von einem kleinen Unternehmen ausgegeben wurde, kann daher oft nur bedingt über die Börse gehandelt werden, da die Aktivität auf Käufer- und Verkäuferseite meist gering ist. Außerdem können Anleihen oft erst ab einem bestimmten Mindestbetrag erworben werden. In vielen Fällen liegt dieser bei 1.000, 10.000, 20.000, 50.000 oder gar 100.000 Euro. Daher stehen viele interessante Unternehmensanleihen nur Anlegern mit sehr großem Budget zur Verfügung.